DCC for Dummies

Aus Das US-Modellbahn-Lexikon

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Inhaltsverzeichnis

Einführung in die Digitalsysteme

Was ist der Unterschied zwischen der herkömmlichen Modellbahn und einer Digitalbahn?

Zum Einstieg ein kleines nichttechnisches Beispiel aus dem Alltag: Ein Vater ruft seine Kinder zum Essen. Analog würde das so klingen : Kinder, essen ist fertig ! Also ein Kommando für alle.

Digital klingts vielleicht so : Susi, essen. Paul, hände waschen, essen.

Der Grundgedanke, nämlich die Kinder an den Tisch zu holen, ist der gleiche. Jedoch unterscheidet sich die Aufforderung dadurch, dass jedem Empfänger ein separates Kommando zugeschickt wird.

Genauso unterscheiden sich analoge Anlagen von digitalen. Bei einer analogen Steuerung reagieren alle Loks auf dem selben Gleis identisch. Beim Kommando 'Vollgas vorwärts' werden sich alle in die gleiche Richtung in Bewegung setzen. Wird eine weitere Loks auf die Schienen gestellt, so wird sie ebenfalls in die gewünschte Richtung fahren.

Nicht so bei einer digitalen Anlage. Dort muss jeder Lok, genau wie bei den Kindern, 'gesagt' werden, was sie tun soll. Jede Lok wird also einzeln und direkt angesprochen. Dazu sind natürlich Empfänger an Bord der Lok notwendig. Diese Empfänger werden Decoder genannt. Doch ist damit das Problem noch nicht gelöst. Ein solcher Empfänger muss programmiert werden, damit auch genau die, und nur die, Lok auf die Kommandos hört.

Wie genau weiss nun meine Digitallok dass ich mit ihr spreche?

Bei einer Analoglok wird die Gleisspannung verändert und direkt vom Motor empfangen und umgesetzt. Somit ist die Fahrtrichtung und die Geschwindigkeit vorgegeben.

Eine Digital-Lok besitzt einen Empfänger. Wie in der Einleitung erwähnt, muss die Lokadresse programmiert werden.

Zum besseren Verständnis machen wir an dieser Stelle die folgenden Annahmen : Ein Modelleisenbahner hat die folgenden 3 Digital-Loks bereits programmiert.

- Diesellok mit der Adresse 4400 (könnte vom Typ AC4400 sein)
- Elektrolok mit der Adresse 460 (könnte vom Typ RE460 sein)
- Dampflok mit der Adresse 282 (könnte eine 2-8-2 sein)

Nun will der stolze Papa seinem Junior vorführen, wie geschickt er mit seiner neuen Digitalsteuerung umgehen kann. Auf der Steuereinheit (Handregler, Steuerpult, ...) stellt er also die Nummer 282 ein. Damit kann er nun mit der Dampflok 'sprechen'. Vorsichtig gibt er Gas und die Lok setzt sich in Bewegung und zieht glückliche Passagiere durch die Landschaft. Die RE460 mit der Adresse 460 soll nun endlich ihre Kieswagen ins Kieswerk bringen. Dazu stellt Papa die Nummer 460 auf seiner Steuerzentrale ein. Auch diese Lok wird sich nun in Bewegung setzen. So einfach ist die Steuerung mehrerer Loks. Plötzlich ein Schrei, ein Scheppern. Was ist passiert ?? Die beiden Züge sind frontal ineinander geprallt. Wie konnte das passieren ? Im Gegensatz zu einer analogen Modelleisenbahn können digital gesteuerte Loks auf dem gleichen Geleise in verschiedene Richtungen fahren, auch aufeinander zu. Diese Unachtsamkeit wird Papa wohl kaum so schnell wieder passieren. Wieder hat er eine einfache Regel gelernt : analog fährt man, digital steuert man.

Was bedeutet dies für einen Betreiber? Die Digitalloks fahren "Vorwärts" in Lokrichtung und NICHT in Gleisrichtung Zwei Loks können also beide "Vorwärts" gegeneinander fahren, was mit analoger Technik undenkbar wäre (Ausnahmen bestätigen auch hier dir Regel: Bei analogen Märklin-Loks wird die Fahrtrichtung nicht durch umstellen des Richtungswechsel am "Trafo" bewerkstelligt, sondern durch einen "Fahrtrichtungswechselimpuls" in der Lok. Dieser bleibt auch nach dem Abschalten gespeichert - es können hier also auch zwei Loks in gegensätzliche Richtung fahren). Dies hat aber auch unbestreibare Vorteile, so ist die Realisierung (und vor Allem der Betrieb) von Kehrschleifen und Gleisdreiecken sehr viel einfacher (Bei klassischen analogen Zweileitersystemen muss IMMER noch was getan werden aber dazu später).

Was genau brauche ich, um Digital fahren zu können?

Jedes Digitalsystem besteht im Mindesten aus den folgenden Komponenten:

- Die Zentrale: Hier werden die Signale in einer für die Loks lesbaren Form erzeugt.
- Ein Fahrregler: Mit dem Fahrregler werden die die Steuersignale für die Loks erzeugt. 
  Der Fahrregler kann eine eigene Komponente sein oder aber bereits in der Zentrale 
  integriert sein, wie zum Beispiel beim "Zephyr" oder der "Intellibox".
- Eine oder mehrere Loks mit Decoder

Dazu gibt's noch eine grosse Anzahl weiterer Komponenten, die sind aber alle optional und werden nur von DEM benötigt, der entsprechende weitere Funktionen wirklich wünscht.

Welches ist das beste Digitalsystem?

Diese Frage ist genauso "leicht" zu beantworten, wie die Frage nach dem besten Auto, Fernseher, oder Computer. Meine klare Antwort dazu lautet: Das objektiv beste Digitalsystem gibt es NICHT!

Der Grund ist der Folgende: Jedes System hat seine Vorzüge und seine Schwächen. Und je nachdem, welche Funktionen mir wichtig sind, kann das eine oder andere System FÜR MICH das am besten geeignete Digitalsystem sein. Wichtig ist, dass ich mir gegenüber offen und ehrlich eingestehe, was mir wichtig ist und dann mit dieser Liste die verschiedenen Systeme gegeneinander vergleiche. Es kommt also auf die jeweilige Anforderung an, auf die man sich vor dem Kauf eines Digitalsystems im Klaren sein sollte.

Eine nicht abschliessende Liste von Fragen hierzu wären:

- Lege ich grossen Wert auf den Einsatz von Sound-Decodern?
- Wie gross wird die Anlage (und damit das Digitalysystem) in seinem Endausbau?
 - Anzahl Loks, die gleichzeitig betrieben werden 
 - Anzahl Fahrregler (also gleichzeitige Betreiber der Anlage)
 - Anzahl über das Digitalsystem gesteuerte Weichen
 - Anzahl über das Digitalsystem gesteuerte Signale
- Möchte ich ein zentrales Bedienpult eines Fahrdienstleiter aufbauen?
- Wie stark möchte ich mich selber in die Technologie einarbeiten?
- Möchte ich die Loks frei in beliebige Mehrloktraktionen einteilen können?
- Lege ich Wert auf drahtlose Fahrregler?
- Wie stark soll mein System noch wachsen können?

Was sollte ein Digitalsystem können?

Nach derzeitigem (Oktober 2009) Stand der Technik, sollte ein neu gekauftes Digitalsystem mindestens alle in der DCC-NMRA Norm angegebenen Features beherrschen! Für den störungsfreien Betrieb ist es auch wichtig, dass sich die Spannung, die am Gleis anliegen soll einstellen lässt und diese dann auch zuverlässig stabil anliegt, es also keine ungewollten Spannungsspitzen gibt und somit Decoder zerstört werden könnten - wie dies bei einigen Systemen der digitalen "Frühzeit" war. Leider werden aber auch noch heute solche Systeme unverändert angeboten. Beim Kauf also danach fragen!

FAQ (Frequently Asked Questions entsprechend Häufig gestellte Fragen)

In dieser Sektion werden spezifische Fragen beantwortet.

Ich habe DCC Material gekauft. Kann ich nun automatisch alles miteinander kombinieren?

Diese Frage lässt sich leider nicht mit einem einfachen "Ja" oder "Nein" beantworten. Denn ein Digitalsystem besteht aus mehreren Komponenten und der DCC Standard umfasst nur einen TEIL des Systems:

1) Grundsätzlich im Standard definiert ist die Art und Weise, wie Information von einer Zentrale (oder einem Booster) (über die Schienen) zu einem Decoder gesendet wird.

--> Es darf zu Recht davon ausgegangen werden, dass grundsätzlich BELIEBIGE Decoder eines Herstellers A von einer BELIEBIGEN Zentrale eines Herstellers B, die DCC Signale aussenden kann, gesteuert werden können.

2) Bus Systeme, die die Zentrale mit Peripherie wie zum Beispiel Handreglern verbinden, sind grundsätzlich NICHT im DCC Standard enthalten.

---> Damit kann in der Regel ein Handregler des Herstellers A NUR mit einer Zentrale des Herstellers A und NICHT mit der Zentrale des Herstellers B operieren. Ausnahmen bestätigen nur die Regel....

3) Der Standard ist als Zusammensetzung von diversen Ideen von zum Teil untereinander in Konkurrenz stehender Personen / Firmen entstanden.

---> Die Konsequenz davon ist, dass gewisse Dinge, wie zum Beispiel die Programmierung eines Decoders gemäss Standard auf MEHRERE Arten gemacht werden können. Leider unterstützen gewisse Decoder nicht immer alle Varianten gleich gut. Als Resultat gibt's dann das problem, dass sich Decoder A mit der Zentrale B nicht immer problemlos programmieren lässt.

Ist es schwierig, meine bestehenden Loks mit einem Digitaldecoder zu versehen?

Die Decoder lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien unterteilen:

- "Wired": Diese Decoder werden über meist bereits angelötete Kabel mit der Lok mittels Lötverbindung verbunden
- "Plug": Diese Decoder besitzen eine Steckverbindung die sich direkt in der Lok anschliessen lässt.
- "Plug'N'Play": Diese Decoder sind so geformt, dass sie sich direkt in die Lok einbauen lassen.

Die zweite und dritte Kategorie lässt sich in der Regel relativ einfach einbauen: Meist muss lediglich das Gehäuse entfernt werden und ein Stecker oder eine Platine durch eine Andere ersetzt werden.

Die Erste Kategorie benötigt in der Regel eine gewisse Ahnung wie ein Lötkolben oder besser noch eine Lötstation verwendet werden sollte. Gerade ältere Loks können auch gewisse weitere Feil- oder Fräsarbeiten am Chassis oder andere Umbauarbeiten erfordern. Hier lässt sich bezüglich Schwierigkeit und Aufwand eines Umbaus keine pauschale Aussage machen.


Warum kann ich meinen Sounddecoder nicht programmieren, habe aber mit normalen DCC Decodern kein Problem?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Decoder zu programmieren. Eine davon ist die Verwendung eines speziellen "Programmiergleises". Dieses ist im DCC Standard explizit vorgesehen, um Descoder programmieren zu können. Damit dabei möglichst kein Schaden entstehen kann (vor Allem für den Fall, dass in der Verkabelung irgendwo ein Kurzschluss existiert) wurde festgelegt, dass das der Programmierstrom begrenzt ist. Das bedeutet aber auch, dass die gesamte dem Decoder während der Programmierung zur Verfügung stehende Leistung massiv begrenzt ist!

Gewisse Decoder, vor Allem solche für den Einsatz in Gartenbahnen aber auch gewisse "Sound-Decoder" benötigen nun aber zwingend MEHR Leisung für deren Betrieb als das Programmiergleis zulässt. Das Resultat ist, dass sich (scheinbar!) diese Decoder NICHT auf dem Programmiergleis programmieren lassen.

Eine Abhilfe hierfür ist die Verwendung spezieller Leistungsverstärker für das Programmiergleis, wie zum Beispiel den "PowerPax" von DCC Specialties. Oder aber ganz einfach bei der Anschaffung seines Digitalsystems darauf achten, dass die Zentrale damit keine Probleme hat (weil man z.b. die Abschaltschwelle des Programmierstroms einstellen kann)!

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